Geschichte

Firmengründung

Am 1. Mai 1832 gründeten Carl Lambert Josef van Gülpen und J.H. Lensing die Firma J.H. Lensing & Co. als „Drogen– und Colonialwaren– Detailgeschäft“. Da Carl Lambert Josef van Gülpen zu der Zeit noch Niederländer war, durfte nach den damaligen Gesetzen sein Name zunächst im Firmennamen nicht erscheinen.

Im Laufe der Jahre gewann der Handel mit Rohkaffee in der Firma immer mehr an Bedeutung. Damals war Holland durch seine Kolonie Java das Hauptproduktionsland für Kaffee. Leider aber verkaufte die Niederländische Handels Maatschappij nur an Holländer. Um aus erster Hand kaufen zu können, wurde in 's-Heerenberg, der holländischen Nachbarstadt von Emmerich, eine Filiale unter dem Firmennamen C. van Gülpen & Cie., `s-Heerenberg eingerichtet, über die der Rohkaffeeeinkauf abgewickelt werden konnte.

Emmericher Maschinenfabrik

Als Carl Lambert Josef van Gülpen 1865 starb übernahm sein Sohn Alexius, da er vor dem Gesetz noch zu jung war, zunächst nur inoffiziell die Geschäfte seines Vaters. Alexius van Gülpen war es auch, der die Idee hatte, den im Rohzustand importierten Kaffee in größeren Mengen zu rösten und so zu verkaufen. Bis dahin war es üblich, daß man den Kaffee „roh“ kaufte und auf dem heimischen Herd selber röstete.

Zusammen mit dem Ingenieur Theodor von Gimborn wurde nach den Erfahrungen und Vorstellungen von Alexius van Gülpen der legendäre „Kugelbrenner“ konstruiert und im Jahr 1868 zusammen mit Theodor von Gimborn und J.H. Lensing die „Emmericher Maschinenfabrik und Eisengießerei van Gülpen, Lensing & von Gimborn“, gegründet. Diese wurde später in „Emmericher Maschinenfabrik“ und noch später in „PROBAT Werke“ umbenannt. Die PROBAT Werke sind noch heute der Weltmarktführer für Kaffeeröstmaschinen und etwa zwei von drei Tassen Kaffee die weltweit getrunken werden, wurden auf PROBAT Maschinen geröstet.

Am 6. Juni 1870 bekamen die beiden Kaffeegroßhändler J.H. Lensing und Alexius van Gülpen die ersten beiden Kugel–Kaffeebrenner. Sie bezahlten 198 Mark je Stück und die Röstkaffeeproduktion bei
Lensing & van Gülpen konnte beginnen.

Spezialitätenrösterei

Während des 2. Weltkrieges wurde die Rösterei 1944 komplett zerstört. Den Wiederaufbau nach Kriegsende übernahm die 4. Generation in Person von Fritz Reinhart-van Gülpen. Der Kaffee hieß damals „van Gülpen's Javata“ und wurde vor allem in Tante Emma Läden am Niederrhein verkauft. Auf den Preiskampf der großen Röstereien in den 60er Jahren wollte Fritz Reinhart-van Gülpen sich nicht einlassen und er setzte fortan lieber auf Klasse statt Masse.

Lensing & van Gülpen wurde so zu einem der ersten Spezialitätenröster Deutschlands und belieferte fortan Feinkost– und Delikatessengeschäfte im ganzen Land mit dem „Royal Dinner Mokka“.

Nach vielen Jahren, in denen wir uns bei Lensing & van Gülpen auf den Lebensmitteleinzelhandel konzentrierten und die Rösterei in einem relativ kleinen Rahmen betrieben, steckte Alex, der Sohn von Fritz Reinhart-van Gülpen, ab 1996 seine ganze Energie wieder in die Rösterei. Neue Mischungen und Single Origins wurden eingeführt und neue Kunden wie z.B. der Premium Versender Manufactum oder das KaDeWe in Berlin wurden dazugewonnen.

Seit 2012 steht bei Lensing & van Gülpen die sechste Familiengeneration am Röster und mehr denn je widmen wir uns ausschließlich hochwertigen Spezialitätenkaffees, die wir mit großem Aufwand auswählen und mit viel Leidenschaft handwerklich rösten.

van Gülpens Meteor
van Gülpens Komet
Alte Kaffeeverpackungen von Lensing & van Gülpen